Das Menstruationsblut und der Mond

Viele Mythen unterstellen dem Menstruationsblut eine Leben spendende Funktion.

So glaubten viele Indianer Südamerikas, die gesamte Menschheit sei aus Mondblut erschaffen worden. Von der mesopotamischen Muttergöttin Ninhursag heißt es, sie machte die Menschen aus Lehm und ihrem Blut des Lebens. Sie wies Frauen an, aus Lehm kleine Puppen zu formen und sie -bestrichen mit ihrem Menstruationsblut-, als Empfängniszauber zu verwenden.

In der biblischen Genesis leitet sich der Name Adam vom hebräischen "adamah" ab, was soviel wie blutiger Lehm bedeutet. Babylonier, Römer, Inder oder Moslems machten das Mondjahr zur Grundlage ihres Kalenders.

In den meisten Hochkulturen war die Mondgottheit weiblich (Ischtar (Assyrien/Babylonien), Quilla (Inka), Dschan (Thailand), Selene (Griechenland), Luna (Römisches Reich) und sehr oft war die Mondgöttin auch Göttin der Fruchtbarkeit und der Mutterschaft.

Zudem wird der Halbmond oftmals mit jungfräulichen Gottheiten wie der griechischen Artemis oder der römischen Diana und später sogar mit der Jungfrau Maria gleich gesetzt. Die römische Göttin Juno wurde mit dem Neumond assoziiert.

Im Alten Ägypten wurde der Mond strikt auf den ibisköpfigen Gott Thot bezogen, der übrigens auch als Erfinder der Schrift galt. Eine Pyramideninschrift aus dem Jahre 2300 v. Chr. setzt den Mond mit Tefnut, der Tochter des Schöpfergottes Atum gleich.

In der griechisch-römischen Zeit (3. Jh. 4. Jh. N. Chr.) wurde dann die ägyptische Nechbet mit der griechischen Mondgöttin Selene in Verbindung gebracht. Was Ägypten anbelangt, können wir so gesehen zumindest von einer allmählichen "Femininisierung" des Mondes im Laufe der Jahrhunderte sprechen.

Das Attribut der Fruchtbarkeit wurde dem Mond allerdings bereits in viel früherer Zeit zugeschrieben.

Quelle: Petra Habiger